MVRP Landesmeisterschaft im Jugend-Kart-Slalom
am 19.09.2010 in der "ring°arena" am Nürburgring

Auf die persönliche Anwesenheit bei dieser Veranstaltung und somit auch auf die bisher gewohnte Berichterstattung in Wort und Bild wird verzichtet. Vom 1. RCB Kaiserslautern hatte sich ein Fahrer für die Landesmeisterschaft 2010 qualifizieren können. Er hat sich über 4 Jahre im regulären Club-Training sowie bei zahlreichen Einzeltrainings unter meiner Leitung auf alle Wettbewerbe vorbereiten können, doch soll er nach dem Willen seiner Mutter nun nicht mehr von seinem bisherigen Trainer betreut werden sondern zu einem anderen Club wechseln ...

Was gut klingt, muss nicht gut sein!

Im Nachhinein muss ich sogar froh sein, dass ich nicht am Nürburgring war, denn dem Vernehmen nach soll es eine absolute Katastrophenveranstaltung gewesen sein. Wäre ich vor Ort gewesen, wäre mir wohl angesichts der irregulären Verhältnisse die Hutschnur geplatzt.

Gab es bereits im vergangenen Jahr (nicht nur) meinerseits harsche Kritik an der (immerhin noch open-air) Veranstaltung in Bitburg, so wollte man in diesem Jahr das damalige Desaster offenbar noch toppen und damit noch viel mehr Fahrer und Publikum verärgern.

Ein Event in der "ring°arena" sollte es werden - zu einem regelrechten Alptraum ist es ausgeartet!

Zwar sollte man mit Kritik vorsichtig sein, wenn man nicht selbst dabei war, doch die Berichte von durchaus fachkundigen Beobachtern sowie entsprechende Filmaufnahmen lassen darauf schließen, dass eher Eisstockschießen möglich gewesen wäre als Kart-Slalom. Alternativ wäre  auf diesem Bodenbelag wohl auch ein Short-Track-Eisschnelllauf vorstellbar gewesen - Kart-Slalom jedoch nur als Glücksspiel.

Extrem ärgerlich ist, dass außer den betroffenen Fahrern, Eltern und Betreuern niemand den Mumm hat, solche Missstände deutlich anzuprangern und als Konsequenz damit zu drohen, künftig fernzubleiben, wenn keine Verbesserung eintritt. Maul halten und nicht auffallen ist offenbar angesagt. Denn wenn man auf solche Dinge hinweist, hat man schnell den Ruf des Querulanten weg.
Inzwischen regt sich jedoch allerhand Widerstand und ADAC, MVRP, DMSB und DMSJ werden mit entsprechenden Beschwerden konfrontiert, die nicht einfach totgeschwiegen werden können.
Siehe auch Beitrag am Ende dieser Seite!

Zur Anschauung auch noch  ein kleines Video zu dieser Lachplatten-Veranstaltung. Wer sich dabei die Mühe macht, die Fehler in diesem Probelauf zu zählen und diese mit der offiziellen Ergebnisliste vergleicht, wird feststellen, dass man selbst zu einer ordnungsgemäßen Fehlererfassung nicht in der Lage war!

 

Vielleicht sollte es ja auch nur Slapstick für die "Versteckte Kamera" sein und war nur nicht entsprechend angekündigt worden. Dafür aber ist das Thema zu ernst!

Wie man mit Protesten umgeht

Wegen der irregulären Rahmenbedingungen bei der Veranstaltung gab es zahlreiche Beschwerden und mindestens einen Einspruch beim MVRP.

Dieser wurde erwartungsgemäß abgebügelt, wie aus nachfolgendem Schreiben vom 23.09.2010 hervorgeht:

Sehr geehrte ...,

der Vorstand des mvrp hat sich in der gestrigen Sitzung mit Ihrer Eingabe befasst.

Alle die vor Ort waren haben eine Veranstaltung erlebt, die viel Licht, aber auch einige Schatten aufwies. Dabei waren die Bodenverhältnisse eine einzige große Herausforderung für die Teilnehmerinnen und Teilnehmer.

Vorgaben über die Gripverhältnisse eines Parcours gibt in den Richtlinien nicht. Vielmehr sind diese von vielen äußeren Einflüssen abhängig. Bei einer Outdoor-Veranstaltung können Wetter, Untergrund, Wind u.v.a.m. zu sehr ungerechten Ergebnissen führen. Daher war die Wahl einer Halle für den Lauf zur RPL-Meisterschaft grundsätzlich im Sinne des Veranstalters. In der Vergangenheit ist es außerdem sehr oft vorgekommen, dass die Läufe zur Deutschen Meisterschaft ebenfalls in Hallen und teilweise mit ähnlich schlechten Grip-Verhältnissen durchgeführt worden.

Die Entscheidung über die Fahrbarkeit des Parcours trifft bei unserer Meisterschaft ein Ausschuss, der am Vortag den Parcouraufbau festlegt und die Bedingungen selbst testet. Im Falle der diesjährigen Meisterschaft ist das Urteil positiv ausgefallen und somit die Veranstaltung auch nach Plan durchgeführt worden.

Würde der mvrp nunmehr Ihrem Einspruch stattgeben, würden alle Teilnehmer, die sich unter den gleichen schwierigen Bedingungen qualifiziert haben, "bestraft" werden. Denn eines muss mit aller Deutlichkeit noch einmal unterstrichen werden: Die Bedingungen waren nicht optimal, aber für alle Teilnehmer absolut gleich. Einige Teilnehmer haben es verstanden, sich auf die schwierigen Bedingungen dennoch gut einzustellen und ihr Fahrvermögen nachdrücklich unter Beweis gestellt. Der mvrp ist sich daher sicher, auch 2010 bei der dmsj-Meisterschaft mit einer leistungsfähigen Mannschaft vertreten zu sein.

Vor diesem Hintergrund hat der Vorstand des Motorsportverbandes Rheinland-Pfalz e.V. einstimmig beschlossen, die Veranstaltung, wie durchgeführt, zu werten und Ihren Einspruch abzuweisen.

Dennoch werden wir in der Zukunft die in diesem Jahr gemachten Erfahrungen berücksichtigen und darauf achten, dass ähnliches nicht wieder vorkommt.

Ich hoffe, Sie akzeptieren unsere Entscheidung und sind auch in der Zukunft mit gleichem Engagement dabei.

Mit freundlichen Grüßen
Armin Kohl

Motorsportverband Rheinland-Pfalz e.V.

Mit diesem Schreiben wird lediglich bestätigt, dass man offenbar nicht bereit ist, Fehler einzugestehen. Die Bewertung überlasse ich jedem Leser selbst.

Ich weise aber darauf hin, dass sich der MVRP doch selbst widerspricht, indem er in diesem Brief mehrfach die Verhältnisse als schlecht (und  somit praktisch als inakzeptabel) bezeichnet und gleichzeitig zugibt, dass der Ausschuss diese (schlechten bzw. inakzeptablen) Bedingungen positiv bewertet hat.

Hallo!!!??

Man gibt beim MVRP indirekt zu, dass die Bedingungen eine Katastrophe waren und so nicht mehr vorkommen dürfen, und hatte sie trotzdem zuvor genehmigt! Vielleicht sollte man doch künftig vorher einmal nachdenken.

Ins Bild passt übrigens, dass beim MSC Adenau, der die Veranstaltung für den MVRP organisiert hat, auf dessen Webseite nur Gutes über diese Rutschpartie berichtet wird und im Gästebuch nur positive Kommentare veröffentlicht werden, während Kritik einfach totgeschwiegen und nicht veröffentlicht wird. BRAVO!