Jugend-Kart-Slalom

Das Kartsportjahr beim 1. RCB Kaiserslautern hatte auch 2010 wieder Höhen und Tiefen zu bieten.

Kart-Diebstahl

Die unerfreulichste Angelegenheit für den Club war zweifellos der feige Einbruch in unseren Lagercontainer und der Diebstahl von 2 Karts sowie diversem Zubehör kurz vor Ostern. Eine Woche vor Beginn der ADAC-Wettbewerbssaison war das ein schwerer Schlag für die Jugendkart-Abteilung und den ganzen Club, denn wie sollte ein vernünftiges Training stattfinden, wenn das Trainingsmaterial plötzlich fehlt?

Skrupellosen Dieben fehlt offenbar jede Vorstellungskraft, um zu erkennen, dass durch eine solche hinterhältige Tat in erster Linie den Kindern und Jugendlichen geschadet wurde, für die der Club eine interessante Freizeitbeschäftigung und Möglichkeit zur sportlichen Betätigung anbietet, was angesichts fehlender Mittel nicht immer leicht ist und durch derartige Aktionen geradezu torpediert wird.

Leider konnte der Diebstahl nicht aufgeklärt und die gestohlenen Karts nicht gefunden werden, obwohl sowohl in der Tageszeitung als auch im Regionalfernsehen darüber berichtet und um Hinweise zur Aufklärung gebeten wurde.

Positiv war allerdings die Solidarität und das Mitgefühl, die dem 1. RCB Kaiserslautern seitens des ADAC sowie von anderen Clubs angesichts dieses Diebstahls entgegengebracht wurden, denn gerade bei den Gleichgesinnten war man sich durchaus bewusst, welche Schwierigkeiten durch solche Geschehnisse entstehen.

Dem Club ist es auch gelungen, durch die Unterstützung von Sponsoren das Geld aufzutreiben, um ein neues Club-Kart zu beschaffen, nachdem zuvor in aller Eile ein gebrauchtes älteres Kart erworben wurde, um den Trainingsbetrieb aufrecht erhalten zu können.

Inzwischen wurde der Lagercontainer, auch durch die freundliche Unterstützung der Firma Sutainer Trans-Safety GmbH Hamburg, zusätzlich gegen Einbruch gesichert, so dass ein derartiges Negativerlebnis künftig hoffentlich nicht mehr vorkommen wird.

Genehmigung zum Trainingsbetrieb nach dem Bundesimmisionsschutzgesetz

Eine weitere "bittere Pille" für den 1. RCB Kaiserslautern, die sich aber nicht vermeiden ließ, war die nach dem Bundesimmissionsschutzgesetz erforderliche Genehmigung der SGD Süd für die Durchführung des Trainingsbetriebs der Kart-Abteilung. Diese schlug nämlich mit über 900.- EUR Kosten und Gebühren zu Buche, was den Club verständlicherweise stark belastet, der dieses Geld sinnvoller in andere Projekte investieren würde.

Gegen Behörden ankämpfen zu wollen, ist bekanntlich ebenso müßig wie erfolglos, doch ist es ärgerlich, wenn man sieht, dass der 1, RCB Kaiserslautern absoluter Spitzenreiter unter den Ortsclubs des ADAC Pfalz ist, was die Höhe der Gebühren für diese Genehmigung betrifft, und dass man im Bereich des ADAC Mittelrhein, wo wesentlich begüterte Ortsclubs beheimatet sind, von derartigen Auflagen bislang noch nicht einmal etwas gehört hatte.

Und über die tatsächliche Umweltbelastung durch das Kart-Training, bei dem 3 – 4 "Honda-Rasenmähermotoren" mit 160 bis 200 ccm im Einsatz sind, kann man trefflich streiten, wenn man sieht, dass in ca. 50 m Luftlinie von unserem Trainingsgelände eine sechsspurige Autobahn verläuft, in entgegengesetzter Richtung und 150 m Entfernung die Werkseisenbahn rangiert und im Minutenabstand in wenigen Metern Höhe amerikanische Militärflugzeuge sowie zivile Flugzeuge zum Landen auf dem Flugplatz Ramstein ansetzen und über uns hinwegdonnern, dass man sein eigenes Wort nicht verstehen kann.

Personalentwicklung

Die bereits im vergangenen Jahr aufgetretenen Personalveränderungen haben sich auch im Jahr 2010 fortgesetzt. Langjährige Mitglieder der Jugendkart-Gruppe wie Arthur Wolff, Graziano Moinho-Mantello und Ismail Agrebi sind nicht mehr zum Training gekommen und haben inzwischen ihre Clubmitgliedschaft gekündigt, da sie offenbar anderen Interessen nachgehen wollten.

Einige weitere Mitglieder, die erst im Jahr 2009 neu dazu gekommen waren, blieben trotz verbesserter Trainingsbedingungen wieder weg, weil sie wohl erkannten, dass Kart-Sport nicht "mal so nebenbei" erfolgreich betrieben werden kann, wenn gleichzeitig eine andere sportliche Aktivität wie Fußball zuviel Aufmerksamkeit und Zeit erfordert.

Mit Dennis Eder verlor der Club im Laufe der Saison einen durchaus talentierten Fahrer, weil dieser aus Kaiserslautern weggezogen ist und damit für ihn der Aufwand für eine regelmäßige Trainingsteilnahme auf Dauer einfach zu groß wurde.

Als natürlich und demzufolge keineswegs negativ zu bewerten ist der Wechsel bzw. der Aufstieg einiger Kart-Fahrer ins Lager des Auto-Slaloms. Nicolas Laufer, Oliver Müller und Nicolas Leu nahmen im März 2010 an einem entsprechenden Lehrgang des ADAC teil und konnten sich für die Teilnahme am SJ-Cup 2010 des ADAC qualifizieren. Alle 3 Fahrer fuhren seitdem regelmäßig bei den Veranstaltungen der Slalomjunioren und konnten demzufolge nur noch sporadisch sowohl beim Training als auch an den Wettbewerben im Jugendkart-Slalom mitmachen.

Den Abgängen einiger Fahrer standen glücklicherweise auch Neuzugänge entgegen, wobei Nachwuchsfahrer wie Leo Kammerer und Mika Henrich im Jahr 2010 erstmals sporadisch an den ADAC-Wettbewerben teilnahmen, nachdem sie schon längere Zeit Club-Mitglied waren und auch regelmäßig trainiert hatten.

Richtige Neuzugänge dagegen waren Simon Barth und Julian Höpfel, die beide sehr engagiert bei der Sache sind und von denen Simon Barth in seiner ersten Saison bereits ADAC-Junior-Pokalsieger in der Klasse 2 werden konnte.

Großen Aufschwung brachte die Berichterstattung in der Rheinpfalz über das Schnuppertraining des 1. RCB Kaiserslautern im Rahmen des Sommerferienprogramms der Stadt Kaiserslautern sowieentsprechende Mundpropaganda, denn danach haben sich mit Jan Sommerrock, Sebastian Liesegang, Tristan Planner, Maximilian Planner, Marco Lund, Tobias Ofiara, Daniel Locher, Jonas Locher, Florian Geiß und Maurice Weber zehn weitere zum Teil noch sehr junge Fahrer dem Club angeschlossen und auch weitere interessierte Neulinge haben ihren Clubbeitritt zum kommenden Jahr angekündigt. Abzuwarten bleibt, wie ernsthaft das Interesse am kontinuierlichen Trainings- und Wettbewerbsbetrieb sein wird.

Trainingsbetrieb

Im Gegensatz zu anderen Ortsclubs hat es beim 1. RCB Kaiserslautern im Trainingsbetrieb auch während der Ferien keine Pausen gegeben und wir haben von Anfang Februar bis Ende November regelmäßig an Samstagen sowie an einigen anderen Terminen trainiert. Bis 30.11.2010 fanden insgesamt 46 Kart-Trainings sowie 2 Schnupperveranstaltungen statt.

Für mich als Trainer kamen dazu noch die 12 Meisterschaftsläufe des ADAC-Pfalz (an den beiden überregionalen Kart-Meisterschaften am Nürburgring sowie in Kirchheimbolanden war mir die Teilnahme leider nicht vergönnt) sowie als Begleiter meines Sohnes auch 7 Auto-Trainings und 16 Meisterschaftsläufe im Auto-Slalom. Das kostet mich natürlich einen nicht unwesentlichen Teil meiner Freizeit,  ist aber  keineswegs problematisch, wenn der Einsatz des Trainers auch durch Einsatz und Erfolg der Fahrer sowie Engagement der Eltern zurückgezahlt wird.

Hierzu gehört unbedingt, dass sich die Eltern mit den Aktivitäten ihrer Kinder identifizieren und sich aktiv beim Training einbringen.

Organisatorische Veränderungen

Die gestiegene Teilnehmerzahl an den Kart-Trainings erfordert dringend organisatorische Veränderungen, da es sich beim Kart-Slalom nicht um eine Freizeitbeschäftigung handelt, der man je nach Lust und Laune entweder mal nachgeht oder es aber sein lässt.

Der Club hat die Verantwortung gegenüber seinen jugendlichen Mitgliedern, deren Entwicklung zu fördern, ihnen vernünftige Trainingsmöglichkeiten zu bieten und sie für den Wettbewerb konkurrenzfähig zu machen. Dies erfordert das Aufstellen von Regeln und Richtlinien für die Teilnahme am Trainingsbetrieb und ggf. eine Aufteilung der Jugendgruppe

in Fahrer, die ernsthaft an Wettbewerben teilnehmen wollen und
in Fahrer, die mehr nur zum Spaß fahren wollen (dabei aber nicht die gleiche Förderung und Unterstützung erwarten dürfen wie die Meisterschaftsfahrer).

Da es der Club nicht nur als seine Aufgabe ansieht, den Kindern und Jugendlichen Spaß zu bieten, sondern ihnen neben den Grundlagen der Verkehrserziehung auch Sozialkompetenz beizubringen versucht, sollte allen klar sein, dass eine Gemeinschaft nur dann funktionien kann, wenn sich alle aktiv daran beteiligen und Regeln eingehalten werden.

Einzelheiten hierzu werden gemeinsam in der Jugendhauptversammlung festgelegt werden, die am 07.01.2011 stattfinden wird.

Aussichten

Um dem Boom im Trainingsbetrieb gerecht zu werden, wird der Club zum Jahreswechsel ein weiteres Kart anschaffen, was durch  die freundliche Unterstützung zahlreicher Sponsoren ermöglicht wird, bei denen wir uns ganz herzlich bedanken und die an anderer Stelle auch noch namentlich genannt werden sollen. Auch die erzielten Einnahmen der Jugendabteiliung aus den Trainingsgebühren fließen beim Erwerb des neuen ca. 3.000.- EUR teuren Karts in einer Größenordnung von 800.- EUR mit ein.

Der 1. RCB Kaiserslautern verfügt ab 2011 erstmals über einen lizenzierten DMSB/dmsj Junioren-Trainer Motorsport, denn ich habe von einem Angebot des MVRP Gebrauch gemacht und an zwei Wochenenden im Oktober und November 2010 erfolgreich an einem Juniorentrainer-Seminar in Koblenz teilgenommen und dabei viele neue Erkenntnisse für den Trainingsbetrieb und die Organisation einer Jugendgruppe gewinnen können.

Das Abschneiden bei der ADAC-Pfalz-Meisterschaft 2010 im Jugendkart-Slalom

Der 1. RCB Kaiserslautern belegte in der Mannschaftswertung den 9. Platz von 18 Mannschaften, was auch daran lag, dass die erfahrenen Fahrer nur noch sporadisch teilnahmen und die Nachwuchsfahrer dies nicht immer ausgleichen konnten.

Klasse 2 (31 Teilnehmer)

Simon Barth wurde in der Gesamtwertung 13. und gewann die Junioren-Wertung.

Leo Kammerer erreichte den 29. Platz, hatte allerdings nur 2 Wertungsläufe bestritten.

Mika Henrich kam bei 4 Starts auf Platz 30 der Gesamtwertung.

Klasse 3 (35 Teilnehmer)

Julian Höpfel trat als einziger Teilnehmer des 1. RCB Kaiserslautern an und belegte bei 4 Teilnahmen in der Gesamtwertung Platz 31.

Klasse 4 (24 Teilnehmer)

Maximilian Jäger erreichte den 4. Rang und war damit bester Fahrer des 1. RCB Kaiserslautern in der Saison 2010.
Er vertrat den 1. RCB auch bei der MVRP-Landesmeisterschaft, wo er am Nürburgring unter nahezu irregulären Rahmenbedingungen den 20. Platz belegte, sowie bei der Südwestdeutschen Meisterschaft des ADAC, wo er trotz ungünstiger Startbedingungen bester Pfälzer Fahrer der Klasse 4 war und auf Platz 16 landete.

Dennis Eder kam mit 6 Starts in der Endabrechnung auf Platz 15 der ADAC-Pfalzmeisterschaft

Charlotte Laufer erreichte bei 10 Starts den 16. Platz in der Gesamtwertung.

Alexander Jäger startete nur bei 5 Läufen und kam in der Gesamtwertung auf den 18. Platz.

Klasse 5 (31 Teilnehmer)

Nicolas Laufer war für den 1. RCB Kaiserslautern weitgehend allein unterwegs und erreichte bei 11 Starts Platz 16 in der Gesamtwertung.

Oliver Müller startete nur 4x, erreichte aber immerhin Platz 18.

Nicolas Leu fuhr lediglich bei der Heimveranstaltung des 1. RCB Kaiserslautern und landete damit in der Gesamtwertung auf dem 27. Rang.

Detailinformationen zu den Ergebnissen sind auch bei den jeweiligen Fahrerporträts auf dieser Webseite nachzulesen.

Bester Fahrer des 1. RCB Kaiserslautern im Jahr 2010 war wie schon im Vorjahr Maximilian Jäger. Bester Nachwuchsfahrer des Clubs wurde Simon Barth.

fröhlich sieht anders aus - maximilian jäger

Maximilian Jäger

simon barth - strahlender sieger

Simon Barth