Jugend-Kart-Slalom

Das Kartsportjahr 2013 beim 1. RCB Kaiserslautern war ereignisreich und in vielerlei Hinsicht aufregend.

Das sportliche Abschneiden

Bei der ADAC-Pfalz-Meisterschaft 2013 war der 1. RCB in den 12 Läufen mit insgesamt 13 Fahrern vertreten und stellte bis auf 3 Veranstaltungen immer 2 Mannschaften. In der Mannschaftswertung belegten wir bei 20 teilnehmenden Mannschaften mit der 1. Mannschaft den 1. Platz und mit der 2. Mannschaft den 10. Platz. Damit konnte der 1. RCB erstmals mit einer Mannschaft die Meisterschaft im ADAC Pfalz Jugendkartslalom erringen.

Für mich ist das Abschneiden eine besondere Genugtuung, weil damit unsere jahrelange Jugendarbeit belohnt wird und Kritiker widerlegt werden, die uns vorgeworfen hatten, keine Ahnung vom Kartslalom zu haben und daher den Verein in Richtung Südpfalz gewechselt haben. Von diesen Kritikern sind übrigens heute im Kart- und gesamten Motorsportgeschehen keinerlei Aktivitäten mehr zu verzeichnen.

In der Einzelwertung der ADAC-Pfalzmeisterschaft erzielten die Jugendkartfahrer des 1. RCB Kaiserslautern folgende Platzierungen:

Klasse 1 (8 - 9 Jahre) - 21 Teilnehmer

Felix Kammerer erzielte trotz eines zwischenzeitlichen krankheitsbedingten Ausfalls in seiner 2. Saison den 3. Platz und qualifizierte sich damit für die Rheinland-Pfalz-Meisterschaft, für die Südwestdeutsche Meisterschaft und für den ADAC-Bundesendlauf.

Klasse 2 (10 - 11 Jahre) - 39 Teilnehmer

Florian Geiß konnte in der zahlenmäßig stärksten Klasse sein Talent unter Beweis stellen und wurde am Ende verdient und souverän Pfalzmeister. Damit war er erfolgreichster Fahrer des 1. RCB und qualifizierte sich ebenfalls für die Rheinland-Pfalz-Meisterschaft, für die Südwestdeutsche Meisterschaft und für den ADAC-Bundesendlauf.

Marcel Lang konnte sich in seiner 2. Saison trotz eines einmaligen krankheitsbedingten Ausfalls gegenüber dem Vorjahr verbessern, erreichte den 10. Platz und qualifizierte sich damit für Rheinland-Pfalz-Meisterschaft.

Florian Lawall kam neu zum Club, war sehr engagiert und nahm an allen Rennen teil, auch beim überregionalen Wintercup des ADAC Saarland. Dieses Engagement förderte seine Entwicklung und belohnte ihn mit einem 12. Platz in der Gesamtwertung sowie dem 2. Platz in der Jugendwertung. Er ist damit der erfolgreichste Nachwuchsfahrer 2013 des 1. RCB Kaiserslautern.

Fabio Schillinger kam ebenfalls 2013 neu zum Club, startete jedoch nur bei 3 Veranstaltungen und kam somit lediglich auf den 39. Platz. Mit einer zahlreicheren Beteiligung am Training und bei Veranstaltungen wird sich dieses Ergebnis im kommenden Jahr sicherlich verbessern lassen.

Klasse 3 (12 - 13 Jahre) - 35 Teilnehmer

Simon Barth konnte seine positive Entwicklung weiter fortsetzen und wurde am Ende leider zu einer tragischen Figur. In der Gesamtwertung erreichte er die zweithöchste Punktzahl, fiel aber aufgrund seiner im Verhältnis zur Konkurrenz sehr hohen Streichergebnisse auf den 5. Platz zurück. Seine Konstanz während der Saison wurde ihm damit zum Verhängnis und ließ ihn an der Qualifikation zur die Südwestdeutschen Meisterschaft und zum ADAC-Bundesendlauf scheitern.

Leo Kammerer konnte ebenfalls seine Entwicklung fortsetzen und verbesserte sich in der Gesamtwertung auf den 9. Platz, was ihn zum Start bei der Rheinland-Pfalz-Meisterschaft berechtigte.

Maurice Weber hat sich auch positiv weiterentwickelt, doch fehlt ihm etwas die Konstanz gleichbleibender Ergebnisse. 4 schwächere Platzierungen bei den 12 Rennen ließen am Ende für ihn lediglich einen dennoch guten 13. Platz zu.

Christian Wachter ist 2013 ebenfalls neu zum Club gestoßen, nahm allerdings nur an 4 Läufen teil. Dies und die noch fehlende Erfahrung führten trotz seines vorhandenen Talents dazu, dass es in der Gesamtwertung nur zum 29. Platz reichte.

Klasse 4 (14 - 15 Jahre) - 22 Teilnehmer

Damian Bamberg hat sich inzwischen sehr gut in der Kartgruppe eingelebt und fährt konstanter als im vergangenen Jahr. Ein verletzungsbedingter Ausfall sowie ein einziges schlechtes Abschneiden ließen am Ende "nur" den 9. Platz zu, mit dem er sich aber wenigstens für die Rheinland-Pfalz-Meisterschaft qualifizieren konnte.

Andreas Hinkel hatte das Potential zu einer weiteren Verbesserung. Zwei Nichtteilnahmen sowie drei schlechtere Tagesergebnisse ließen ihn am Ende aber nicht über den 16. Platz hinauskommen.

Claudia Hinkel war wieder die einzige Dame in der "Männerriege" des 1. RCB Kaiserslautern und hatte lediglich 9 Starts zu verzeichnen. Sie konnte auch nicht immer ihr vorhandenes Potential abrufen und kam daher in der Gesamtwertung auf den 17. Platz.

Klasse 5 (16 - 18 Jahre) - 16 Teilnehmer

Jan Sommerrock war einziger Vertreter in der für ihn neuen Klasse 5, nahm nur an 9 der 12 Veranstaltungen teil und konnte bei der Konkurrenz mit wesentlich größerer Erfahrung am Ende den 13. Platz erreichen.

Überregionale Veranstaltungen

Für die mvrp-Meisterschaft 2013 konnten sich Felix Kammerer, Florian Geiß, Marcel Lang, Simon Barth, Leo Kammerer, Damian Bamberg qualifizieren und erzielten folgende Ergebnisse:

Klasse 1:

Felix Kammerer, Platz 16

Klasse 2:

Florian Geiß, Platz 15

Marcel Lang, Platz 23

Klasse 3:

Simon Barth, Platz 19,

Leo Kammerer, Platz 10

Klasse 4:

Damian Bamberg, Platz 26

Bei der Südwestdeutschen Meisterschaft 2013 nahmen lediglich Felix Kammerer und Florian Geiß teil und erzielten folgende Ergebnisse:

Klasse 1:

Felix Kammerer, Platz 20

Klasse 2:

Florian Geiß, Platz 4

Am ADAC Bundesendlauf 2013 in Schleswig durften sich Felix Kammerer und Florian Geiß mit den besten Fahrern aus ganz Deutschland messen und erzielten folgende Ergebnisse:

Klasse 1:

Felix Kammerer, Platz 19

Klasse 2:

Florian Geiß, Platz 9

Die Herausforderung des Jahres 2013

Der ursprüngliche und langjährige Trainingsplatz an der Mülldeponie war ab 2009 nicht mehr länger tragbar (http://www.wernermueller.org/Kartclub/zak.htm) und wir waren daher dankbar, dass wir auf dem Parkplatz 4 der Firma Opel eine neue Bleibe für den Karttrainingsbetrieb gefunden hatten (http://www.wernermueller.org/Kartclub/opelparkplatz.htm). Nur so war damals überhaupt der Fortbestand der Kartabteilung zu gewährleisten.

Anfang 2013 überraschte uns nach 4 Jahren dann die Hiobsbotschaft, dass im Zuge der Ansiedlung der Firma Ikea in Kaiserslautern umfangeiche Umstrukturierungsmaßnahmen bei Opel stattfinden und dabei auch die Firmenparkplätze und Zufahrten zur Firma Opel neu gestaltet werden. Eine Fortführung des Trainingsbetriebs und auch die Durchführung unserer ADAC-Kartveranstaltung ist daher bei der Firma Opel nicht mehr möglich.

So dankbar wir der Firma Opel für die langjährige Unterstützung sind, so dramatisch war für den Club diese neue Situation. Ohne Trainingsgelände kein Trainingsbetrieb, ohne Trainingsbetrieb keine Kartabteilung. Ohne Kartabteilung keine motorsportlichen Aktivitäten des gesamten Clubs!

Enorme Anstrengungen der Kartabteilung (der Vorstand hielt sich zunächst wieder vornehm zurück) und die Einschaltung der Presse führten nach Monaten der Ungewissheit letztendlich dazu, dass wir an der Schweinsdell ein neues Trainingsgelände finden und einen Vertragsabschluss mit der Stadt Kaiserslautern tätigen konnten. Dieses Gelände ist gegenüber einem weiteren Angebot auf dem ehemaligen Flugplatz Sembach die wesentlich bessere Alternative und gibt uns auch die Möglichkeit, dort künftig die ADAC-Veranstaltung durchzuführen. Befremdlich ist in diesem Zusammenhang, dass einzig der Präsident des Clubs Bedenken gegen den neuen Standort hat und lieber die weitaus weniger geeignete Variante bevorzugt, obwohl gerade er keinerlei Einblick in den Trainingsbetrieb hat und die Anforderungen an ein Trainingsgelände überhaupt nicht einschätzen kann!

Glücklicherweise konnten wir alles zu einem guten Ende bringen und trainieren seit September 2013 auf dem neuen Trainingsplatz. Einzelheiten zum Umzug sind hier zu finden: http://www.wernermueller.org/Kartclub/schweinsdell.htm

Die Personalentwicklung bei den Kartfahrern

Gegenüber dem Vorjahr sind 2013 mit Tristan und Max Planner sowie Ole Strauß 3 Fahrer ganz ausgeschieden und hat sich Loris Prattes inzwischen ausschließlich auf der Kart-Rundstrecke engagiert, wo neben ihren Kartslalom-Aktivitäten auch Florian Geiß, Simon Barth und Jan Sommerrock in einer Art Doppelbelastung aktiv sind. Eine Berichterstattung zur Rundstrecke erfolgt auf meiner Webseite allerdings nicht.

Als Neuzugänge im Kartslalom konnte der 1. RCB in diesem Jahr Florian Lawall, Fabio Schillinger sowie Christian und Grazia Wachter begrüßen, wobei Grazia Wachter an keinem Wettbewerb teilnahm und inzwischen auch wieder ausgeschieden ist. Während Florian Lawall (zusammen mit seiner ganzen Familie) sehr engagiert ist und eine vielversprechende Entwicklung genommen hat, bleibt bei Fabio Schillinger und Christian Wachter abzuwarten, ob sie ihre Trainingsaktivitäten steigern werden, was für eine positive Entwicklung unabdingbar ist.

Im Verlauf des Jahres sind einige weitere junge Fahrer zum Trainingsbetrieb gestoßen, die aber erst 2014 an den Start gehen werden bzw. dürfen.

Bei Alexander Saibel, der schon nahezu ein Jahr dabei ist und künftig K 1 fahren darf, muss die Trainingsintensität gesteigert werden, nachdem er zuletzt öfters fehlte.

Der im November 2013 gerade 7 Jahre alt gewordene Kieran Schläfer wird Anfang 2014 Clubmitglied und darf dann ebenfalls in der K 1 starten. Er macht im Training trotz fehlender Vorkenntnisse einen sehr konzentrierten Eindruck und sollte bei entsprechendem Engagement eine erfolgversprechende Entwicklung nehmen.

Jonas Ollmann wird ebenfalls neues Clubmitglied und hat nach sehr kurzer Eingewöhnungszeit gezeigt, dass auch von ihm gute Ergebnisse zu erwarten sind.

Mit Max Reis ist ein Kind dazu gestoßen, das 2014 erst 7 Jahre alt wird und daher altersbedingt leider erst 2015 bei Wettbewerben starten kann. Regelmäßiges Training zuvor kann sich aber nur positiv auf seine Entwicklung und den Einstieg in den Wettbewerb auswirken.

Der Trainingsbetrieb

Nach wie vor findet ein durchgängiger Trainingsbetrieb ohne Pausen während der Ferien statt, um das Leistungsniveau der Fahrer auch in Wettbewerbspause zu erhalten.

Leider gibt es beim Training nach wie vor Sonnen- und Schattenseiten. Positiv ist die große Unterstützung, die ich beim Training durch einige Eltern erfahre. Hervorheben möchte ich das Engagement von Dieter Steitz, Ralf Steitz, Frank Bamberg, Dieter Lawall und Sascha Lang, der inzwischen auch die Trainer C-Lizenz erworben hat. Michael Sommerrock ist mittlerweile nicht mehr so oft beim Training anwesend, da sein Sohn wohl künftig ausschließlich Rundstrecke fahren wird. Dennoch ist er verfügbar, wenn er gebraucht wird. Ebenso zuverlässig ist unser "Pälzer Schrottbu" Wolfgang Hinkel, der stets mit geballter Manpower anrückt, wenn es ans "Schaffe" geht. Wenn er künftig auch die Einsatzorte rechtzeitig findet, bekommt er von mir ein weiteres Sonderlob.

Regelmäßig Anlass zur Enttäuschung ist allerdings, dass einige Fahrer und ihre Eltern noch immer recht undiszipliniert sind, was das Einhalten der Trainingszeiten, das rechtzeitige Abmelden bei Verhinderung oder den gemeinsamen Auf- und Abbau beim Training betrifft. Jahrelanges Predigen meinerseits hat zu keiner oder lediglich zu temporärer Verbesserung geführt. Da auch ein gruppeninterner "Reinigungsprozess" ausgeblieben ist, wird mir als verantwortlicher Trainer nichts anderes übrig bleiben als künftig selbst Maßnahmen zu treffen, wenn die Disziplin zu wünschen übrig lässt.

Meine persönliche Situation

Das Jahr 2013 war für mich ein absolutes Katastophenjahr mit zahlreichen negativen Erlebnissen im persönlichen Umfeld und dem traurigen Höhepunkt im Mai, als meine Frau plötzlich und überraschend gestorben ist.

Ich mache mir im Nachhinein Vorwürfe, dass ich seit 2006 sehr viel Zeit für diesen Club aufgewendet habe und auch oft in wenig erfreulichen Clubsitzungen gesessen habe, wo ich diese Zeit doch besser gemeinsam mit meiner Frau verbracht hätte.

Jetzt muss ich neben meinem Beruf, für den ich täglich nahezu 12 Stunden unterwegs bin, und der Sorge um die weitere Entwicklung meiner heranwachsenden Kinder alleine den Haushalt bewältigen, bin permanent übermüdet und wende dennoch meine freie Zeit nach wie vor für den Club auf.

Warum tue ich mir das an?

Die Tätigkeit mit den Kindern macht mir trotz der beschriebenen Schattenseiten nach wie vor Spaß. Ich habe in der Kartabteilung und auch in einigen anderen Vereinen zahlreiche Freunde gefunden und die gemeinsamen Erlebnisse an den Wochenenden mit Veranstaltungen sind überwiegend positiv.

Dazu kommt unser Erfolg, welcher das Ergebnis einer guten Zusammenarbeit ist. Wir sind erstmals mit der Kartjugend Pfalzmeister geworden. Florian Geiß wurde Pfalzmeister im Kartslalom und auch viele der anderen Fahrer waren sehr erfolgreich. Da zahlen sich die Mühen doch irgendwie aus.

Genugtuung ist für mich, dass wir, wo wir doch angeblich keine Ahnung vom Kartfahren haben (gell, Frau Jäger!), eine sehr positive Entwicklung durchlaufen haben, welche die blöden Bemerkungen Dritter Lügen straft.

Zu schaffen macht mir allerdings die im Club fehlende oder oft mangelnde Anerkennung unserer Arbeit. Bezeichnend ist, dass Vorstandsmitglieder seit Jahren kein Training, keinen Wettbewerb und auch  keine ADAC-Jugendehrung besucht haben und in diesem Jahr plötzlich in Bolanden aufgetaucht sind, weil der Club ja die Mannschaftsmeisterschaft errungen hat und dafür geehrt wurde. Hier haben einige ewig gestrige Personen nicht begriffen, dass der Club ohne die Jugendarbeit keine Zukunft hat. Ohne Kartjugend wäre der Club mausetot und einige Herren könnten ihre Zeit damit verbringen, im Clubhaus verstaubte Pokale und Ordner aus längst vergangenen Zeiten zu betrachten. Mehr würde aber sicher nicht mehr geschehen.

Nach vielen Jahren des tatenlosen Zusehens mit entsprechender Auswirkung auf meine im Grunde doch eigentlich fröhliche und positive Einstellung ist in mir durch die Ereignisse in diesem Jahr der Entschluss gereift, mir die Laune nicht weiter verderben zu lassen, mich nicht mehr von destruktiven Menschen runterziehen zu lassen und nicht mehr wertvolle Jahre meines Lebens mit unangenehmen Dingen zu verplempern.

Aus diesem Grunde werde ich von meinen Ämtern …

… NICHT zurücktreten und mein Engagement auch NICHT einschränken!

Aber ich werde mich zur Wehr setzen gegen Intoleranz und Ignoranz, gegen Engstirnigkeit und Starrsinn sowie gegen Dummheit und Besserwisserei.

Ganz im Sinne zweier Leitsätze:

Streite nie mit Idioten, denn sie ziehen Dich hinab auf ihr Niveau und schlagen Dich dann durch ihre Erfahrung.
Wenn der Klügere immer nachgibt, wird die Welt nur noch von Dummen regiert.

In diesem Sinne wünsche ich allen künftig viel Spaß (mit mir)!

Werner Müller